16. Januar 2019

Die Pflegeversicherung in Unterweiler

Die seit 1995 geltende Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung, die das Gesetz regelt. Zusätzlich gibt es eine Pflegezusatzversicherung, die Sie bei privaten Versicherungsunternehmen abschließen können.

Die Pflegeversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben

Seit 1995 muss sich jeder, der über ein eigenes Einkommen verfügt, gegen das Pflegerisiko absichern und zwar grundsätzlich dort, wo er krankenversichert istFür die gesetzlich Versicherten ist dies die Pflegekasse der eigenen KrankenkassePrivat Krankenversicherte müssen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen.Die Pflegezusatzversicherung ist eine zusätzliche freiwillige Versicherung, die mit dieser nicht verwechselt werden darf.Die Menschen werden heutzutage wesentlich älter und damit besteht auch erhöhter Pflegebedarf.Die Pflegeversicherung wurde eingeführt, damit die persönlichen und finanziellen Belastungen nicht nur von den Angehörigen oder vom Staat getragen werden müssen.Wer permanent der Pflege bedarf, kann verschiedene Hilfsmöglichkeiten nutzen.Er hat entweder Anspruch auf ein Pflegegeld, die Hilfe einer ambulanten Pflegeeinrichtung oder stationäre Pflege in einem Heim.

TIPP! Sie brauchen keine Vergleiche für die Beiträge anstellen, sie sind festgelegt und unterscheiden sich kaum.

Nur vorübergehende Pflegebedürftigkeit

Bei zeitweise Pflegebedürftigkeit unter 6 Monaten ist die Pflegekasse nicht zuständig.Dann ist die Krankenkasse in der Pflicht und gewährt Leistungen wie häusliche Krankenpflege.Bei Notwendigkeit der medizinischen Betreuung, springt die Krankenkasse ein.

Grundabsicherung gleich Pflegeversicherung

Der gesamte Pflegebedarf wird nicht von der Pflegekasse abgesichert.Sie stellt lediglich die Grundabsicherung bereit.Die Pflege wird nur nach Antragstellung gewährt und ist in Staffeln aufgeteilt.Pflegebedürftig ist, wer Hilfe beim Essen, Anziehen, Aufstehen und Waschen benötigt.Wer täglich mindestens 90 Minuten Hilfe bei zwei Verrichtungen benötigt, wird Pflegestufe I zugeordnet.Die Grundpflege besteht aus der Hilfe beim An- und Ausziehen, der Beweglichkeit, bei der Körperpflege und beim Essen. Die Hälfte der Zeit muss sie mindestens in Anspruch nehmen.Bei Pflegebedarf von wenigstens drei Stunden am Tag, gilt die Person als schwer pflegebedürftig und wird in Pflegestufe II gruppiert.Schwerstpflegefälle der Pflegestufe III sind angewiesen auf mindestens 5 Stunden Hilfe rund um die Uhr, also sowohl tagsüber wie auch nachts.

Leistungen für die Pflege zuhause haben Vorrang

Bei den Leistungen der privaten und gesetzlichen Pflegepflichtversicherung gibt es grundsätzlich keine Abweichungen.Vorrangig ist immer die Pflege zuhause.Wenn ein Pflegebedürftiger allein lebt, kann er professionelle Hilfe von ambulanten Pflegediensten in Anspruch nehmen. Dies gilt auch für Angehörige.Durch diese Hilfe können Menschen in ihrer gewohnten Umgebung bleiben.Diese Leistungen dürfen aber nur Pflegedienste erbringen, die die Pflegekasse zugelassen hat.Die Pflegeleistung wird in einem Vertrag mit dem Pflegebedürftigen festgelegt.Für die häusliche Pflege erhalten Sie von der gesetzlichen Pflegeversicherung einzig Sachleistungen, während die private Pflegeversicherung nur Geldleistungen erbringt.Sie bezahlen die professionellen Pflegekräften zunächst selbst und bekommen die Honorare ersetzt.Diese Zahlung erfolgt allerdings maximal bis zum Wert der entsprechenden Sachleistung in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Sonstige Leistungen der Pflegeversicherung

Um die Unterstützung möglichst gut an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, können Sach- und Geldleistungen kombiniert werden.Derjenige, der der Pflege bedarf, kann wählen wie er die Leistungen kombinieren möchte.Nutzen Sie 40 % der Sachleistungen können Sie 60 % der Geldleistungen beziehen. Immer in Bezug auf die Pflegestufe.In der Regel besteht die Möglichkeit nach mindestens sechs Monaten eine Änderung vorzunehmen.Sollte die Pflegeperson im Urlaub sein oder anderweitig nicht zur Verfügung stehen, wird für eine Vertretung gezahlt. Das gilt für maximal 4 Wochen im Jahr.Ergänzend zur häuslichen Betreuung sind außerdem eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege sowie eine Kurzzeitpflege für einen begrenzten Zeitraum möglich.Zusätzlich werden von der Pflegekasse die Ausgaben für Hilfsmittel wie Spezialbetten, Rollstühle oder Hausnotruf ersetzt. Außerdem die Kosten für Verbrauchsprodukte wie z.B. Betteinlagen.Eine Gehhilfe ist ein so genanntes soll Hilfsmittel. Diese kann man auch ausleihen.Sollte es nötig sein Um- oder Einbauten vorzunehmen, erhalten Sie eine einmaligen Zuschuss. Das kann eine Rampe oder ein Treppenlift sein oder der Umbau eines Badezimmers sowie Verbreiterung von Türen.Bei Aufenthalt in einem Pflegeheim übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten der Grundpflege, die medizinische Behandlungspflege sowie die soziale Betreuung. Immer gemessen an der Pflegestufe.Für Unterbringung und Verpflegung muss die Pflegeperson selbst bezahlen. Diese Kosten nennen sich Hotelkosten.Wenn es nicht nötig ist die Pflegeperson in einem Pflegeheim unterzubringen, weil sie auch zuhause gepflegt werden kann, übernimmt die Pflegekasse auch nur die Leistungen für häusliche Pflege.Besser ist: Keine Trennung von Kranken- und PflegeversicherungGesetzlich krankenversicherte sind automatisch Mitglied in der Pflegekasse ihrer Krankenversicherung. Freiwillig Versicherte haben jedoch die Möglichkeit, sich bei einem privaten Anbieter zu versichern.Privat krankenversicherte können ebenfalls wählen, ob sie bei ihrer Krankenversicherung bleiben oder anderweitig eine Pflegeversicherung abschließen.Das Trennen von Kranken- und Pflegeversicherung ist nicht empfehlenswert.Private Versicherer müssen jeden Antrag annehmen.Da die Leistungen für die Pflege im Gesetz festgelegt sind, gibt es darin keine Unterschiede. Die Beiträge variieren nur ganz gering.Daher können Differenzen zwischen Kranken- und Pflegeversicherung auftreten, wer welche Leistung zu zahlen hat.Dadurch kann es Ihnen passieren, dass sie auf Leistungen warten müssen.

TIPP!Bei Verträgen mit Pflegedienstanbietern können Sie nach dem ersten Mal der Pflegeleistung in den nächsten zwei Wochen, den Vertrag kündigen. Eine Angabe von Gründen ist nicht nötig.

Schließen Sie Lücken für den Pflegefall

Für eine “Rundum-Pflege” ist die Pflegepflichtversicherung nicht gedacht. Nur die Grundabsicherung ist damit gewährleistet. Die Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim betragen wenigstens 3000€.Wenn die eigene Rente oder das Vermögen zusammen mit den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen, müssen die eigenen Kinder oder das Sozialamt einspringen.Daher sollten Sie ab dem 40. Lebensjahr eine Pflegezusatzversicherung abschließen, um diese Situation zu vermeiden.Es werden drei verschiedene Tarife von den privaten Kranken- und auch Lebensversicherungen angeboten: Pflegetagegeldversicherung, Pflegerentenversicherung und Pflegekostenversicherung.Das Risiko wird bei der Pflegerentenversicherung durch eine Ansparung abgesichert.Solche Zusammensetzungen sind oft undurchsichtig und können wenig rentabel sein.Holen Sie sich Rat von einem Experten.Möglicherweise ist es sinnvoller, Risikoschutz und Gespartes voneinander zu trennen. Für den Pflegefall sollten Sie eine Pflegetagegeldversicherung oder eine Pflegekostenversicherung abschließen.Pflegekosten, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden, übernimmt die Pflegekostenversicherung.Für die Erstattung gibt es meistens eine Höchstgrenze oder einen prozentualen Satz, der gezahlt wird.Übernehmen Freunde oder Angehörige die Pflege, wird oft nur ein kleines Pflegetagegeld entrichtet.Meistens bekommen Sie Ihre Kosten nicht erstattet und der Rest der Belastung bleibt Ihnen erhalten.Ihre Auslagen müssen Sie mittels Rechnungen nachweisen.Das heißt viel Formalitäten, die die Pflegeperson oder der Pflegebedürftige zusätzlich leisten müssen.Die Pflegetagegeldversicherung dagegen zahlt im Pflegefall einen vereinbarten Geldbetrag pro Tag.Dies ist unabhängig davon, in welchem Umfang und wofür tatsächlich Kosten anfallen.Mit diesem Geld können auch Leistungen, wie z.B. eine Begleitung beim Spazieren gehen, beglichen werden. Dies gehört nicht zur Pflegeleistung.Aber erst in der Pflegestufe III wird der volle Tagessatz gezahlt.Voraussetzung ist jeweils ein bestimmter Grad an Pflegebedürftigkeit.Manche Versicherer nehmen die Einstufung des medizinischen Dienstes als Orientierung, andere prüfen selbst oder verlangen eine wiederkehrende Prüfung durch einen Arzt.Eine Bedarfsermittlung ist mit großen Unsicherheiten verbunden.Keiner weiß heute, wie teuer die privaten Pflegeleistungen in Zukunft werden oder wie sich die gesetzliche Pflegeversicherung gestalten wird.Nicht sicher dürfte es auch sein, ob der Pflegebedürftige zuhause oder von Familienangehörigen oder Freunden gepflegt werden kann oder ob nur die Pflege in einem Heim in Frage kommt.

TIPP! Achten Sie darauf, dass der Versicherungsschutz lebenslang besteht. Sonst kann es Ihnen passieren, keinen Versicherungsschutz zu haben, wenn Sie der Pflege bedürfen oder eine schwere Erkrankung haben.

Das Für und Wider der einzelnen privaten Pflegeversicherungen

Schließen Sie eine Pflegekostenversicherung ab, wenn Sie damit rechnen, qualifizierte Hilfe zu brauchen und deshalb die Kosten dafür hoch sein werden.Haben Sie keine Familienangehörige, die Sie pflegen könnten? Dann könnte das der Fall sein.Auch wenn es in der Zwischenzeit zu großen Preissteigerungen kommt, deckt die Pflegekostenversicherung große Teile Ihrer Auslagen ab.Möchten Sie das Geld zur freien Verfügung haben, ziehen Sie eine Pflegetagegeldversicherung in Betracht.Bei der Pflege zuhause durch Angehörige oder dergleichen, ohne Inanspruchnahme von professioneller Hilfe, hat sie große Vorteile.Es könnte aber passieren, dass Sie mit den Kosten nicht mehr zurecht kommen.

Ein Vergleich der Beiträge fast nicht möglich

Für die private Pflegeversicherung gilt: Je höher das Eintrittsalter, desto höher die Beiträge. Frauen zahlen höhere Beiträge als Männer, da ihre Lebenserwartung höher ist.Sollte eine Krankheit bestehen, kann auch ein Zuschlag verlangt werden.Die Policen, die angeboten werden, unterscheiden sich in verschiedenen Punkten und es ist schon bei Vertragsabschluss schwierig, die unterschiedlichen Leistungsbeschränkungen zu erkennen und die Beiträge zu vergleichen.Eine Vorhersage für die günstigste Versicherung lässt sich nicht treffen, zumal diese meistens bis ans Lebensende geschlossen wird.

Beachten Sie die unterschiedlichen Leistungen

Lassen Sie sich bei der Wahl ihrer privaten Pflegezusatzversicherung auf jeden Fall von einem Fachmann beraten .Sie erhalten meist unübersichtliche Angebote und sollten im Einzelnen geklärt werden.

Geldwerte Tipps zur Pflegezusatzversicherung

  • Lassen Sie sich bei der Wahl ihrer privaten Pflegezusatzversicherung auf jeden Fall von einem Fachmann beraten .
  • Die von den Versicherungen angebotenen Verträge sind oft nicht überschaubar und werden am besten detailliert geklärt.
  • Übernahme der Kosten bei häuslicher Pflege sowie stationärer Pflege sollten in den Leistungen enthalten sein. Außerdem sollten alle drei Pflegestufen berücksichtigt sein, da Sie nicht wissen, welche Pflege Sie später benötigen.
  • Das Pflegetagegeld sollte nicht niedriger sein, wenn Sie häusliche Pflege von Familienangehörigen oder Freunden in Anspruch nehmen, anstatt professionelle Hilfe.
  • Bei steigenden Pflegekosten sollten Sie die unwiderrufliche Möglichkeit haben, das Pflegetagegeld nachträglich zu erhöhen. Diese Erhöhung sollte ohne erneute Gesundheitsprüfung und Risikozuschläge möglich sein.
  • Die gesetzliche Pflegeversicherung hat Ihre Pflegebedürftigkeit und die Pflegestufe festgestellt? Dann sollten auch die Leistungen der privaten Pflegeversicherung beginnen und ebenfalls für die gleiche Pflegestufe Leistungen gewähren. Somit erübrigt sich eine weitere medizinische Untersuchung. Von Ihnen wird verlangt, regelmäßig Atteste vorzulegen? Seien Sie vorsichtig bei solchen Versicherungen.
  • Der Versicherungsschutz sollte für ein Leben lang gelten. Sie laufen sonst Gefahr, bei schwerer Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit, keinen Versicherungsschutz zu haben.
  • Das Versicherungsunternehmen sollte auf das ordentliche Kündigungsrecht innerhalb der ersten drei Vertragsjahre verzichten. Problematisch sind die teilweise üblichen dreijährigen Warte- oder Karenzzeiten, bei denen im Pflegefall erst nach einer bestimmten Frist gezahlt wird. Achten Sie darauf, dass der Versicherer auf diese verzichtet. Günstig ist es, wenn sie bei Eintritt des Pflegefall keinen Beitrag mehr zahlen müssen.