23. März 2019

Die Pflegeversicherung in Oststadt

Bei der Pflegeversicherung müssen sie zwei Formen unterscheiden: die seit 1995 geltende Pflegepflichtversicherung und die Pflegezusatzversicherung, die von privaten Versicherungsunternehmen angeboten wird.

Vom Gesetz vorgeschrieben wird die Pflegeversicherung

Seit 1995 muss sich jeder, der über ein eigenes Einkommen verfügt, gegen das Pflegerisiko absichern und zwar grundsätzlich dort, wo er krankenversichert istWenn man Beiträge in die gesetzliche Krankenkasse zahlt, werden gleichzeitig die Beiträge für die Pflegeversicherung gezahlt.Ist man privat krankenversichert, muss man sich auch privat für die Pflege absichern.Achtung: diese darf nicht verwechselt werden mit den freiwilligen Pflegezusatzversicherungen.Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich an und gleichzeitig die Pflegebedürftigkeit.Einen Angehörigen zu pflegen bedeutet persönliche und auch finanzielle Belastung. Damit die Angehörigen davon entlastet werden, wurde die Pflegeversicherung eingeführt.Es gibt verschiedene Möglichkeiten der Hilfe, wenn eine permanente Pflegebedürftigkeit eintritt.Er kann wählen zwischen ambulanter Pflege, stationärer Pflege oder dem Pflegegeld.

TIPP!Verträge mit einem Anbieter von Pflegediensten können sie innerhalb von zwei Wochen nach dem ersten Pflegeeinsatz ohne Angabe von Gründen kündigen.

Pflege, die vorübergehend ist

Bedürfen Sie der Pflege weniger als sechs Monate, tritt die Pflegeversicherung nicht in Kraft.Krankenpflege zuhause fällt in die Leistungspflicht der Krankenversicherung.Die Krankenkasse kommt außerdem für die medizinische Betreuung auf.

Grundabsicherung gleich Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist lediglich eine Grundabsicherung und kann nicht den gesamten Pflegebedarf abdecken.Sie ist nach Pflegebedürftigkeit gestaffelt und wird nur auf Antrag gewährt.Wenn Sie bei Ihren alltäglichen Arbeiten beachtliche Hilfe benötigen, sind Sie pflegebedürftig. Diese sind das Anziehen, Aufstehen, Essen und Waschen.Der Pflegebedürftige muss mindestens 90 Minuten Hilfe aus zwei der Tätigkeitsbereiche benötigen. Dann wird er in Pflegestufe I eingestuft.Die Hilfe beim Essen, der Körperpflege und der Beweglichkeit, das An- und Ausziehen ist die Grundpflege. Sie muss wenigstens die Hälfte der Zeit betragen.Hat die pflegebedürftige Person einen Pflegebedarf von mindestens 3 Stunden täglich, tritt die nächste Pflegestufe, also Pflegestufe II, in Kraft. Sie ist dann schwer pflegebedürftig.Wenn die Person auf 5 Stunden Hilfe sowohl am Tag als auch in der Nacht angewiesen ist, tritt Pflegestufe III in Kraft. Diese Personen sind schwerst pflegebedürftig.

Leistungen für die Pflege zuhause haben Vorrang

Die gesetzlichen sowie die privaten Pflegepflichtversicherungen unterscheiden sich nicht in ihren Leistungen.Die Pflege im eigenen Heim wird vorrangig behandelt.Wenn ein Pflegebedürftiger allein lebt, kann er professionelle Hilfe von ambulanten Pflegediensten in Anspruch nehmen. Dies gilt auch für Angehörige.Sie ermöglichen dadurch, dass diese Menschen länger in der eigenen Wohnung und damit in der gewohnten Umgebung bleiben können.Dafür gibt es von der Pflegekasse zugelassene Pflegedienste.Es wird ein Vertrag abgeschlossen. Darin werden die Leistungen festgelegt.Für die häusliche Pflege erhalten Sie von der gesetzlichen Pflegeversicherung einzig Sachleistungen, während die private Pflegeversicherung nur Geldleistungen erbringt.Das Honorar für die beruflichen Pflegekräfte müssen Sie zunächst selbst zahlen und bekommen es anschließend vergütet.Diese Zahlung erfolgt allerdings maximal bis zum Wert der entsprechenden Sachleistung in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Was wird noch in der Pflegeversicherung geleistet

Um eine optimale Lösung für Ihre Bedürfnisse zu haben, können Sie eine Kombination aus beiden Leistungen wählen.Das Verhältnis der Verteilung der Leistungen kann vom Pflegebedürftigen selbst bestimmt werden.Wenn beispielsweise 40 % der Sachleistungen genutzt werden, besteht ergänzend ein Anspruch auf maximal 60 % der Geldleistungen für die jeweilige Pflegestufe.Normalerweise kann die Entscheidung frühestens nach sechs Monaten wieder verändert werden.Sollte die Pflegeperson im Urlaub sein oder anderweitig nicht zur Verfügung stehen, wird für eine Vertretung gezahlt. Das gilt für maximal 4 Wochen im Jahr.Ergänzend zur häuslichen Betreuung sind außerdem eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege sowie eine Kurzzeitpflege für einen begrenzten Zeitraum möglich.Auch Hilfsmittel für die Pflege werden von der Pflegekasse übernommen. Das kann ein Spezialbett, Rollstuhl oder ein Hausnotruf sein. Verbrauchsprodukte werden ebenfalls von der Pflegekasse übernommen. Das können Betteinlagen oder Ähnliches sein.Soll Hilfsmittel wie Gehhilfen können oft ausgeliehen werden.Sollte es nötig sein Um- oder Einbauten vorzunehmen, erhalten Sie eine einmaligen Zuschuss. Das kann eine Rampe oder ein Treppenlift sein oder der Umbau eines Badezimmers sowie Verbreiterung von Türen.Ist die Pflegebedürftige in einem Pflegeheim untergebracht, werden die Kosten für die Grundpflege, die medizinische Behandlungspflege und für die soziale Betreuung übernommen. Basierend auf die jeweilige Pflegestufe.Für Unterkunft und Verpflegung, die so genannten Hotelkosten, muss der Versicherte selbst aufkommen.Sollte die Unterbringung in einem Pflegeheim nicht nötig sein, weil auch die Möglichkeit besteht, zuhause zu pflegen, kann nur der Anspruch für häusliche Pflege in Anspruch genommen werden.Vermeiden Sie das Trennen von Pflege- und KrankenversicherungGesetzlich krankenversicherte sind automatisch Mitglied in der Pflegekasse ihrer Krankenversicherung. Freiwillig Versicherte haben jedoch die Möglichkeit, sich bei einem privaten Anbieter zu versichern.Wenn Sie privat versichert sind, können Sie entscheiden, ob Sie Ihre eigene Krankenversicherung nehmen oder ob Sie sich für ein anderes Versicherungsunternehmen entscheiden.Empfehlenswert ist eine Trennung von Kranken- und Pflegeversicherung aber in beiden Fällen nicht.Denn die privaten Anbieter müssen jeden Antragsteller annehmen.Und die Beiträge unterscheiden sich allenfalls geringfügig, die Leistungen und die Kriterien für die Pflegebedürftigkeit sind gesetzlich festgelegtDafür laufen Sie Gefahr, dass sich Kranken- und Pflegeversicherung im Pflegefall immer wieder streiten, wer für eine bestimmte Leistung aufkommen muss.Dann kann es möglich sein, dass Sie lange auf Ihr Geld warten müssen.

TIPP!Zuschüsse für die Rentenversicherung sind bei Pflegeleistungen für Familienangehörige möglich. Klärung verschafft die Pflegekasse.

Lücken für den Pflegefall schließen

Die Pflegepflichtversicherung ist lediglich eine Grundabsicherung. Für die “Komplett-Pflege” reicht diese nicht aus.Ein Heimplatz kann 3000 € und mehr kosten.Die eigene Rente und das eigene Vermögen sowie die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden für die Unterbringung in einem Heim verwendet. Sollten diese nicht ausreichend sein, müssen die eigenen Kinder oder das Sozialamt einspringen.Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich ab dem 40. Lebensjahr eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen.Es werden drei verschiedene Tarife von den privaten Kranken- und auch Lebensversicherungen angeboten: Pflegetagegeldversicherung, Pflegerentenversicherung und Pflegekostenversicherung.Durch eine kombinierte Ansparung wird bei der Pflegerentenversicherung das Risiko abgesichert.Solche Kopplungen sind oft unklar und können wenig Rendite bringen.Lassen Sie sich hier in jedem Fall durch einen Fachmann beraten.Trennen Sie Ihre Spareinlage vom Risikoschutz und schließen Sie für den Fall der Pflegebedürftigkeit eine Pflegekosten- oder Pflegetagegeldversicherung ab. Das kann für Sie angebrachter sein.Pflegekosten, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden, übernimmt die Pflegekostenversicherung.Die Erstattung ist allerdings meist auf einen festgelegten Höchstbetrag oder Prozentsatz begrenzt.Wenn Angehörige oder Freunde die Pflege übernehmen, wird meistens nur ein geringes Pflegetagegeld gezahlt.Eine Kostenerstattung erfolgt selten. Ein Teil der Belastungen verbleibt also beim Versicherten.Ihre Auslagen müssen Sie mittels Rechnungen nachweisen.Das bedeutet zusätzliche Büroarbeit für den Pflegebedürftigen oder der Pflegeperson.Eine feste Summe am Tag erhalten Sie bei der Pflegetagegeldversicherung, wenn der Pflegefall eingetreten ist.Dabei spielt es keine Rolle wofür die Kosten angefallen sind.Mit diesem Geld können auch Leistungen, wie z.B. eine Begleitung beim Spazieren gehen, beglichen werden. Dies gehört nicht zur Pflegeleistung.Der komplette Tagessatz wird meistens aber erst in der Pflegestufe III gezahlt.Voraussetzung ist jeweils ein bestimmter Grad an Pflegebedürftigkeit.Manche Versicherer nehmen die Einstufung des medizinischen Dienstes als Orientierung, andere prüfen selbst oder verlangen eine wiederkehrende Prüfung durch einen Arzt.Den Bedarf zu erfordern ruft oft große Unsicherheit hervor.Niemand kann ihnen sagen, wie in einigen Jahrzehnten die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ausgestaltet oder wie teuer private Pflegeleistungen sein werdenNicht sicher dürfte es auch sein, ob der Pflegebedürftige zuhause oder von Familienangehörigen oder Freunden gepflegt werden kann oder ob nur die Pflege in einem Heim in Frage kommt.

TIPP! Die Pflegekosten steigen? Haben Sie die Möglichkeit das Pflegetagegeld höher zu setzen? Dies sollte möglich sein ohne Risikozuschlag und ohne weitere Gesundheitsprüfung.

Pro und Contra der privaten Pflegeversicherungen

Eine Pflegekostenversicherung macht vor allem dann Sinn, wenn sie mit hohen Pflegekosten rechnen, etwa weil Sie davon ausgehen, dass Sie professionelle Dienste in Anspruch nehmen werden.Haben Sie keine Familienangehörige, die Sie pflegen könnten? Dann könnte das der Fall sein.Mit einer Pflegekostenversicherung können sie einen größeren Teil der Auslagen abdecken, auch wenn es zwischenzeitlich zu erheblichen Preissteigerungen gekommen sein sollte.Sie möchten das Geld einsetzen, wie es für Sie angenehm erscheint? Dann kommt eine Pflegetagegeldversicherung für Sie in Frage.Bei der Pflege zuhause durch Angehörige oder dergleichen, ohne Inanspruchnahme von professioneller Hilfe, hat sie große Vorteile.Sie können nicht ausschließen, dass Ihnen die Pflegekosten über den Kopf wachsen.

Beitragsvergleich kaum möglich

Wie in der privaten Krankenversicherung steigen bei allen Pflegetarifen die Beiträge mit zunehmendem Eintrittsalter. Frauen zahlen wegen der höheren Lebenserwartung mehr als Männer.Ist schon eine Erkrankung vorhanden, zahlen Sie möglicherweise einen Zuschlag.Die Policen, die angeboten werden, unterscheiden sich in verschiedenen Punkten und es ist schon bei Vertragsabschluss schwierig, die unterschiedlichen Leistungsbeschränkungen zu erkennen und die Beiträge zu vergleichen.Welche Versicherung auf lebenslange Sicht am günstigsten ist, lässt sich vorher nicht sagen.

Bei den Angeboten auf Leistungsunterschiede achten

Lassen Sie sich bei der Wahl ihrer privaten Pflegezusatzversicherung auf jeden Fall von einem Fachmann beraten .Sie erhalten meist unübersichtliche Angebote und sollten im Einzelnen geklärt werden.

wertvolle Informationen zur Pflege-Versicherung

  • Bei der Wahl für eine private Pflegezusatzversicherung, sollten Sie einen Experten hinzuziehen.
  • Versicherungsunternehmen geben oft Angebote ab, die unübersichtlich sind und viele Details enthalten, die unklar sind.
  • Kommt die Versicherung für Kosten sowohl bei häuslicher Pflege als auch bei stationärem Aufenthalt auf? Sind alle Pflegestufen berücksichtigt? Sie wissen heute noch nicht, welche Pflegemaßnahmen für Sie ergriffen werden müssen.
  • Wenn eine Pflege durch Angehörige oder Freunde in Betracht kommt, sollte das Pflegetage Geld nicht niedriger sein als für professionelle Pflegekräfte.
  • Wenn Ihre Pflegekosten steigen sollten, muss es möglich sein das Tagegeld für die Pflege im Nachhinein zu erhöhen, ohne neue Gesundheitsprüfung und ohne Risikozuschläge.
  • Die Leistungspflicht sollte einsetzen, wenn die gesetzliche Pflegepflichtversicherung die Pflegebedürftigkeit anerkennt. Die private Versicherung sollte außerdem die Pflegestufe der gesetzlichen Pflegeversicherung übernehmen. So werden zusätzliche medizinische Untersuchungen vermieden. Nur mit Vorsicht sollten sie bei einer Gesellschaft abschließen, die regelmäßig Atteste über die Pflegebedürftigkeit verlangt.
  • Achten Sie darauf, dass der Versicherungsschutz lebenslang besteht. Sonst kann es Ihnen passieren, keinen Versicherungsschutz zu haben, wenn Sie der Pflege bedürfen oder eine schwere Erkrankung haben.
  • Das Versicherungsunternehmen sollte auf das ordentliche Kündigungsrecht innerhalb der ersten drei Vertragsjahre verzichten. Problematisch sind die teilweise üblichen dreijährigen Warte- oder Karenzzeiten, bei denen im Pflegefall erst nach einer bestimmten Frist gezahlt wird. Achten Sie darauf, dass der Versicherer auf diese verzichtet. Günstig ist es, wenn sie bei Eintritt des Pflegefall keinen Beitrag mehr zahlen müssen.