19. Juni 2019

Die Pflegeversicherung in Jungingen

Die seit 1995 geltende Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung, die das Gesetz regelt. Zusätzlich gibt es eine Pflegezusatzversicherung, die Sie bei privaten Versicherungsunternehmen abschließen können.

Vom Gesetz vorgeschrieben wird die Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist seit 1995 eine Pflichtversicherung. Jeder mit eigenem Einkommen zahlt dort die Beiträge, wo er auch krankenversichert ist.Wenn man Beiträge in die gesetzliche Krankenkasse zahlt, werden gleichzeitig die Beiträge für die Pflegeversicherung gezahlt.Ist man privat krankenversichert, muss man sich auch privat für die Pflege absichern.Achtung: diese darf nicht verwechselt werden mit den freiwilligen Pflegezusatzversicherungen.Die Lebenserwartung steigt kontinuierlich an und gleichzeitig die Pflegebedürftigkeit.Damit die finanzielle Belastung nicht von den Angehörigen oder vom Staat getragen werden muss, ist die Pflegeversicherung eingeführt worden.Eine dauerhafte Pflegebedürftigkeit bedeutet verschiedene Hilfsmöglichkeiten nutzen zu können.Er kann wählen zwischen ambulanter Pflege, stationärer Pflege oder dem Pflegegeld.

TIPP!Ein Widerspruch, gegen die Einstufung durch den medizinischen Dienst der Krankenkasse, ist möglich.

Zeitweilige Pflegebedürftigkeit

Nicht zuständig ist die Pflegekasse bei vorübergehender Pflegebedürftigkeit von weniger als sechs Monaten.Das fällt unter häusliche Krankenpflege und dafür ist die Krankenversicherung zuständig.Bei Notwendigkeit der medizinischen Betreuung, springt die Krankenkasse ein.

Grundabsicherung gleich Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist lediglich eine Grundabsicherung und kann nicht den gesamten Pflegebedarf abdecken.Es wird nach Pflegebedürftigkeit eingestuft und dafür muss ein Antrag gestellt werden.Wenn der Pflegebedürftige beachtliche Hilfe beim Waschen, Aufstehen, Anziehen und Essen benötigt, wird er als pflegebedürftig eingestuft.Für die erste Pflegestufe gilt: Benötigung von Hilfe für mindestens 90 Minuten aus zwei von den genannten Bereichen.Die Hilfe beim Essen, der Körperpflege und der Beweglichkeit, das An- und Ausziehen ist die Grundpflege. Sie muss wenigstens die Hälfte der Zeit betragen.Bei der Pflegestufe II beträgt der zeitliche Bedarf mindestens 3 Stunden am Tag. Die Person gilt als schwer pflegebedürftig.Die dritte Pflegestufe ist für schwerst pflegebedürftige Personen. Dabei müssen sie für wenigstens 5 Stunden am Tag und in der Nacht auf Hilfe angewiesen sein.

Leistungen für die Pflege zuhause haben Vorrang

Die Leistungen der gesetzlichen und privaten Pflege Pflichtversicherungen sind prinzipiell gleich.Die Pflege im eigenen Heim wird vorrangig behandelt.Für Hilfe bei der Pflege zuhause gibt es fachkundiges Personal, welches von ambulanten Pflegediensten zur Verfügung gestellt wird. Sei es für Angehörige oder auch Allein-lebenden Pflegebedürftigen.Damit haben Pflegebedürftige die Möglichkeit in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben und müssen keine Umstellung in Kauf nehmen.Nur von der Pflegekasse zulässige Pflegedienste dürfen diese Leistungen erbringen.Ein Vertrag regelt die Leistungen, die erbracht werden sollen.Die ambulante Pflege wird in der gesetzlichen Pflegeversicherung als Sachleistung gewährt, während privat Krankenversicherte nur Geldleistungen erhalten.Die Bezahlung der qualifizierten Pflegekräfte übernehmen Sie vorerst selbst. Nachträglich bekommen Sie Ihre Aufwendungen erstattet.Die Sachleistungen der gesetzlichen Pflegekasse haben einen bestimmten Geldwert. Diesen bekommen Sie von der privaten Pflegeversicherung auch maximal erstattet.

Was leistet die Pflegeversicherung außerdem?

Um eine optimale Lösung für Ihre Bedürfnisse zu haben, können Sie eine Kombination aus beiden Leistungen wählen.Derjenige, der der Pflege bedarf, kann wählen wie er die Leistungen kombinieren möchte.Nutzen Sie 40 % der Sachleistungen können Sie 60 % der Geldleistungen beziehen. Immer in Bezug auf die Pflegestufe.Nach wenigstens sechs Monaten, ist es möglich diese Regelung zu ändern.Eine Ersatzpflegekraft wird für höchstens 4 Wochen im Jahr bezahlt, wenn sich die Pflegekraft im Urlaub befindet oder aus anderen Gründen verhindert ist.Bei der Pflege zuhause gibt es zusätzlich die Möglichkeit teilstationär am Tag und in der Nacht gepflegt zu werden. Außerdem ist eine Kurzzeitpflege für eine begrenzte Zeit möglich.Auch Hilfsmittel für die Pflege werden von der Pflegekasse übernommen. Das kann ein Spezialbett, Rollstuhl oder ein Hausnotruf sein. Verbrauchsprodukte werden ebenfalls von der Pflegekasse übernommen. Das können Betteinlagen oder Ähnliches sein.Leihweise kann ein soll Hilfsmittel wie z.B. eine Gehhilfe benutzt werden.Für Ein- und Umbauten im Wohnbereich wie Rampen, Treppenlifte, Verbreiterung von Türen oder der Umbau des Badezimmers wird ein einmaliger Zuschuss gewährt.Bei Aufenthalt in einem Pflegeheim übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten der Grundpflege, die medizinische Behandlungspflege sowie die soziale Betreuung. Immer gemessen an der Pflegestufe.Für Hotelkosten, das ist die Verpflegung und die Unterbringung, kommt die Pflegekasse nicht auf.Wenn eine stationäre Pflege nicht nötig ist, besteht auch kein Anspruch auf Leistung für diese. Dann wird nur die Leistung für häusliche Pflege gezahlt.Trennung von Kranken- und Pflegeversicherung vermeidenSie sind gesetzlich krankenversichert? Dann sind Sie auch automatisch pflegeversichert. Sie sind privat versichert? Dann können Sie frei wählen, bei welchem privaten Versicherer Sie sich für die Pflege absichern.Wenn Sie privat versichert sind, können Sie entscheiden, ob Sie Ihre eigene Krankenversicherung nehmen oder ob Sie sich für ein anderes Versicherungsunternehmen entscheiden.Das Trennen von Kranken- und Pflegeversicherung ist nicht empfehlenswert.Denn die privaten Anbieter müssen jeden Antragsteller annehmen.Für die Leistungen gibt es gesetzlich Regelungen und die Beiträge sind kaum unterschiedlich.Dafür laufen Sie Gefahr, dass sich Kranken- und Pflegeversicherung im Pflegefall immer wieder streiten, wer für eine bestimmte Leistung aufkommen muss.Dann kann es möglich sein, dass Sie lange auf Ihr Geld warten müssen.

TIPP!Wenn Sie einen Vertrag mit einem Anbieter von Pflegediensten geschlossen haben, ist es möglich innerhalb von zwei Wochen nachdem der erste Pflegeeinsatz stattgefunden hat zu kündigen. Sie brauchen keine Gründe dafür angeben.

Lassen Sie für den Pflegefall keine Lücken entstehen

Bei der Pflegepflichtversicherung ist die Grundversorgung gewährleistet. Eine komplette Pflegebedürftigkeit ist darin nicht inbegriffen.Für die Unterbringung in einem Pflegeheim müssen Sie mit mindestens 3000€ rechnen.Die eigene Rente und das eigene Vermögen sowie die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden für die Unterbringung in einem Heim verwendet. Sollten diese nicht ausreichend sein, müssen die eigenen Kinder oder das Sozialamt einspringen.Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich ab dem 40. Lebensjahr eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen.Es werden drei verschiedene Tarife von den privaten Kranken- und auch Lebensversicherungen angeboten: Pflegetagegeldversicherung, Pflegerentenversicherung und Pflegekostenversicherung.Das Risiko wird bei der Pflegerentenversicherung durch eine Ansparung abgesichert.Derartige Kopplungen sind oft intransparent und können unrentabel sein.Holen Sie sich Rat von einem Experten.Es kann zweckmäßiger sein, Ihr Sparvermögen und den Risikoschutz zu separieren. Sichern Sie sich das Risiko mit einer Pflegetagegeld- oder einer Pflegekostenversicherung ab.Pflegekosten, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden, übernimmt die Pflegekostenversicherung.Die Erstattung ist allerdings meist auf einen festgelegten Höchstbetrag oder Prozentsatz begrenzt.Leisten Angehörige oder Freunde die Pflege, zahlt die Versicherung oft nur ein knappes Pflegetagegeld.Eine Kostenerstattung erfolgt selten. Ein Teil der Belastungen verbleibt also beim Versicherten.Durch Vorlegen der Rechnungen, müssen Sie Ihre Kosten nachweisen.Das heißt viel Formalitäten, die die Pflegeperson oder der Pflegebedürftige zusätzlich leisten müssen.Bei der Pflegetagegeldversicherung bekommen Sie im Pflegefall eine feste Geldsumme pro Tag.Egal wofür Ihnen Kosten entstanden sind, der Betrag bleibt gleich.Mit diesem Geld können auch Leistungen, wie z.B. eine Begleitung beim Spazieren gehen, beglichen werden. Dies gehört nicht zur Pflegeleistung.Der komplette Tagessatz wird meistens aber erst in der Pflegestufe III gezahlt.Der Grad der Pflegebedürftigkeit bestimmt dieses.Manchen Versicherern reicht die Einstufung des medizinischen Dienstes der Krankenkasse als Orientierung, manche führen eine eigene Überprüfung durch und andere verlangen regelmäßig einen Nachweis von einem Arzt.Große Unsicherheiten entstehen bei der Ermittlung des Bedarfs.Niemand kann ihnen sagen, wie in einigen Jahrzehnten die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung ausgestaltet oder
wie teuer private Pflegeleistungen sein werdenUnsicher dürfte oft auch sein, ob Sie bei Pflegebedürftigkeit von der Familie oder Freunden betreut werden können oder ob nur eine Unterbringung im Heim in Betracht kommt.

TIPP! Die Kosten für die Pflege zuhause und auch für die Betreuung im Heim, sollten übernommen werden. Die Gewährung der Kosten für alle drei Pflegestufen, weil Sie heute noch nicht wissen, wie Ihre Pflege in der Zukunft aussehen wird.

Pro und Contra der privaten Pflegeversicherungen

Eine Pflegekostenversicherung macht vor allem dann Sinn, wenn sie mit hohen Pflegekosten rechnen, etwa weil Sie davon ausgehen, dass Sie professionelle Dienste in Anspruch nehmen werden.Das kann der Fall sein, wenn Sie keine Angehörigen haben, die Sie betreuen können.Auch wenn es in der Zwischenzeit zu großen Preissteigerungen kommt, deckt die Pflegekostenversicherung große Teile Ihrer Auslagen ab.Eine Pflegetagegeldversicherung dagegen kommt in Betracht, wenn sie frei über das Geld verfügen möchten.Vorteilhaft ist sie außerdem, wenn Sie Hilfsleistungen nicht bei professionellen Anbietern einkaufen, sondern sich von Angehörigen oder ehrenamtlichen Helfern pflegen lassen.Es könnte aber passieren, dass Sie mit den Kosten nicht mehr zurecht kommen.

Beiträge zu vergleichen ist fast unmöglich

Je älter Sie sind, desto höher die Beiträge für die Pflegeversicherung. Dabei gilt: Frauen zahlen mehr als Männer, da sie eine höhere Lebenserwartung haben.Sollte eine Krankheit bestehen, kann auch ein Zuschlag verlangt werden.Die Policen, die angeboten werden, unterscheiden sich in verschiedenen Punkten und es ist schon bei Vertragsabschluss schwierig, die unterschiedlichen Leistungsbeschränkungen zu erkennen und die Beiträge zu vergleichen.Welche Versicherung auf lebenslange Sicht am günstigsten ist, lässt sich vorher nicht sagen.

Leistungsunterschiede beachten

Es empfiehlt sich eine Beratung durch einen Fachmann, wenn Sie eine private Pflegezusatzversicherung abschließen möchten.Sie erhalten meist unübersichtliche Angebote und sollten im Einzelnen geklärt werden.

Geldwerte Hinweise zur Pflege-Versicherung

  • Eine Beratung ist empfehlenswert bei Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung.
  • Die Angebote, die sie von den Versicherungsunternehmen erhalten, sind oft unübersichtlich und sollten im Detail geklärt werden
  • Die Versicherung sollte sowohl für die häusliche sowie für die Pflege im Heim aufkommen. Außerdem sollte sie Leistungen für alle drei Pflegestufen gewähren, weil sie nicht im Voraus wissen können, welche Art oder Pflege sie später benötigen.
  • Das Pflegetagegeld sollte nicht niedriger sein, wenn Sie häusliche Pflege von Familienangehörigen oder Freunden in Anspruch nehmen, anstatt professionelle Hilfe.
  • Wenn Ihre Pflegekosten steigen sollten, muss es möglich sein das Tagegeld für die Pflege im Nachhinein zu erhöhen, ohne neue Gesundheitsprüfung und ohne Risikozuschläge.
  • Sobald die gesetzliche Pflegepflichtversicherung die Pflegebedürftigkeit feststellt, sollte die Leistungspflicht eintreten. Außerdem sollte die Einstufung der Pflegestufe übernommen werden, dann brauchen keine zusätzlichen ärztlichen Untersuchungen stattfinden. Eine Gesellschaft, die wiederkehrende Atteste verlangt, sollten Sie mit Vorsicht behandeln.
  • Achten Sie auf einen lebenslangen Versicherungsschutz. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sie im hohen Alter, bei drohender Pflegebedürftigkeit oder einer schweren Erkrankung ohne private Pflegeversicherung dastehen
  • Auf das ordentliche Kündigungsrecht in den ersten drei Jahren sollte verzichtet werden. Die Warte- und Karenzzeiten von meistens Jahren sind problematisch. Das heißt im Pflegefall wird erst nach einer bestimmten Zeit gezahlt. Darauf sollte der Versicherer verzichten. Optimal ist es, wenn Sie bei Pflegebedürftigkeit keine Beiträge mehr leisten müssen.