17. September 2019

Die Pflegeversicherung in Gögglingen-Donaustetten

Es gibt zwei Formen von Pflegeversicherungen. Einmal die gesetzliche, geltend seit 1995 und die private Pflegezusatzversicherung. Die private wird von privaten Versicherungsunternehmen angeboten.

Eine Pflegeversicherung ist Gesetz

Zusätzlich in der Krankenversicherung ist seit 1995 die Pflegeversicherung Pflicht. Und zwar für jeden, der eigenes Einkommen hat.Die gesetzliche Krankenkasse beinhaltet auch die Pflegekasse.Privat Krankenversicherte müssen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen.Achtung: diese darf nicht verwechselt werden mit den freiwilligen Pflegezusatzversicherungen.Mit der Steigerung der Lebenserwartung steigt auch die Pflegebedürftigkeit.Einen Angehörigen zu pflegen bedeutet persönliche und auch finanzielle Belastung. Damit die Angehörigen davon entlastet werden, wurde die Pflegeversicherung eingeführt.Wer dauerhaft pflegebedürftig ist, kann daher unterschiedliche Hilfen nutzen.Er kann wählen zwischen ambulanter Pflege, stationärer Pflege oder dem Pflegegeld.

TIPP!Die Beiträge zu vergleichen ist nicht nötig, da sie feststehen und sich kaum unterscheiden.

Nur vorübergehende Pflegebedürftigkeit

Bedürfen Sie der Pflege weniger als sechs Monate, tritt die Pflegeversicherung nicht in Kraft.Krankenpflege zuhause fällt in die Leistungspflicht der Krankenversicherung.Sollten Sie medizinische Betreuung benötigen, kommt die Krankenkasse dafür auf.

Pflegeversicherung ist nur eine Grundabsicherung

Die Pflegeversicherung ist lediglich eine Grundabsicherung und kann nicht den gesamten Pflegebedarf abdecken.Es wird nach Pflegebedürftigkeit eingestuft und dafür muss ein Antrag gestellt werden.Wenn Sie bei Ihren alltäglichen Arbeiten beachtliche Hilfe benötigen, sind Sie pflegebedürftig. Diese sind das Anziehen, Aufstehen, Essen und Waschen.In die erste Pflegestufe wird der Pflegebedürftige eingestuft, wenn er mindestens 90 Minuten Hilfe aus zwei von den genannten Verrichtungen benötigt.Die Grundpflege, also Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität wie An- und Ausziehen, muss mindestens die Hälfte der Zeit beanspruchen.Bei Pflegebedarf von wenigstens drei Stunden am Tag, gilt die Person als schwer pflegebedürftig und wird in Pflegestufe II gruppiert.Die dritte Pflegestufe ist für schwerst pflegebedürftige Personen. Dabei müssen sie für wenigstens 5 Stunden am Tag und in der Nacht auf Hilfe angewiesen sein.

Vorrang haben Leistungen für die häusliche Pflege

Die Leistungen der gesetzlichen und privaten Pflege Pflichtversicherungen sind prinzipiell gleich.Vorrang hat in beiden Fällen die häusliche Pflege.Ambulante Dienste mit professionellen Pflegekräften unterstützen Angehörige oder Allein lebende Pflegebedürftige.Sie ermöglichen dadurch, dass diese Menschen länger in der eigenen Wohnung und damit in der gewohnten Umgebung bleiben können.Diese Leistungen dürfen aber nur Pflegedienste erbringen, die die Pflegekasse zugelassen hat.Ein Vertrag regelt die Leistungen, die erbracht werden sollen.Bei der gesetzlichen Pflegeversicherung werden einzig Sachleistungen erbracht, während bei der privaten nur Geldleistungen erbracht werden. Dies gilt für Pflege zuhause.Die beruflichen Pflegekräfte werden von Ihnen bezahlt. Anschließend bekommen Sie Ihre Auslagen ersetzt.Der Wert dieser Zahlung entspricht allerdings höchstens dem Wert der entsprechenden Sachleistung der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Was wird noch in der Pflegeversicherung geleistet

Um die Unterstützung möglichst gut an die eigenen Bedürfnisse anzupassen, können Sach- und Geldleistungen kombiniert werden.Pflegebedürftige haben die Möglichkeit, die Aufteilung der Leistungen selbst zu wählen.Wenn beispielsweise 40 % der Sachleistungen genutzt werden, besteht ergänzend ein Anspruch auf maximal 60 % der Geldleistungen für die jeweilige Pflegestufe.In der Regel besteht die Möglichkeit nach mindestens sechs Monaten eine Änderung vorzunehmen.Bis zu vier Wochen im Jahr wird außerdem für eine Pflegevertretung gezahlt, wenn die Pflegeperson verhindert oder im Urlaub istErgänzend zur häuslichen Betreuung sind außerdem eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege sowie eine Kurzzeitpflege für einen begrenzten Zeitraum möglich.Für die Pflege können verschiedene Hilfsmittel benötigt werden. Ein Spezialbett, ein Hausnotruf oder ein Rollstuhl beispielsweise werden ebenfalls von der Pflegekasse getragen. Auch die Kosten für Verbrauchsprodukte wie Betteinlagen bekommen Sie erstattet.Für z. B.. Gehhilfen besteht die Möglichkeit, sie auszuleihen.Wenn eine Rampe oder ein Treppenlift eingebaut werden muss, bekommen Sie einen einmaligen Zuschuss. Auch für Umbauten wie Türverbreiterung oder im Badezimmer, können Sie eine einmalige Beihilfe erhalten.Bei Unterbringung in einem Pflegeheim zahlt die Pflegeversicherung für die Grundversorgung und die soziale Betreuung. Außerdem für die medizinische Behandlungspflege immer in Bezug auf die Pflegestufe.Für Unterkunft und Verpflegung, die so genannten Hotelkosten, muss der Versicherte selbst aufkommen.Sollte die Unterbringung in einem Pflegeheim nicht nötig sein, weil auch die Möglichkeit besteht, zuhause zu pflegen, kann nur der Anspruch für häusliche Pflege in Anspruch genommen werden.Vermeiden Sie das Trennen von Pflege- und KrankenversicherungSie sind gesetzlich krankenversichert? Dann sind Sie auch automatisch pflegeversichert. Sie sind privat versichert? Dann können Sie frei wählen, bei welchem privaten Versicherer Sie sich für die Pflege absichern.Privat krankenversicherte können ebenfalls wählen, ob sie bei ihrer Krankenversicherung bleiben oder anderweitig eine Pflegeversicherung abschließen.Empfehlenswert ist eine Trennung von Kranken- und Pflegeversicherung aber in beiden Fällen nicht.Private Versicherer müssen jeden Antrag annehmen.Da die Leistungen für die Pflege im Gesetz festgelegt sind, gibt es darin keine Unterschiede. Die Beiträge variieren nur ganz gering.Daher können Differenzen zwischen Kranken- und Pflegeversicherung auftreten, wer welche Leistung zu zahlen hat.Dann kann es möglich sein, dass Sie lange auf Ihr Geld warten müssen.

TIPP!Schließen Sie die Pflegeversicherung bei ihrem Krankenversicherer ab, um Streit zwischen Kranken- und Pflegeversicherung über bestimmte Leistungen zu vermeiden.

Lücken für den Pflegefall schließen

Die Pflegepflichtversicherung bietet nur eine Grundabsicherung und reicht nicht für eine “Rundum-Pflege”.Für die Unterbringung in einem Pflegeheim müssen Sie mit mindestens 3000€ rechnen.Die eigene Rente und das eigene Vermögen sowie die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden für die Unterbringung in einem Heim verwendet. Sollten diese nicht ausreichend sein, müssen die eigenen Kinder oder das Sozialamt einspringen.Damit das nicht passiert, sollten Sie mit 40 Jahren in eine Pflegezusatzversicherung einzahlen.Es werden drei verschiedene Tarife von den privaten Kranken- und auch Lebensversicherungen angeboten: Pflegetagegeldversicherung, Pflegerentenversicherung und Pflegekostenversicherung.Durch eine kombinierte Ansparung wird bei der Pflegerentenversicherung das Risiko abgesichert.Solche Kopplungen sind oft unklar und können wenig Rendite bringen.Lassen Sie sich hier in jedem Fall durch einen Fachmann beraten.Es kann zweckmäßiger sein, Ihr Sparvermögen und den Risikoschutz zu separieren. Sichern Sie sich das Risiko mit einer Pflegetagegeld- oder einer Pflegekostenversicherung ab.Pflegekosten, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden, übernimmt die Pflegekostenversicherung.Es gibt jedoch einen festen Höchstsatz bzw. Prozentsatz für die Vergütung.Leisten Angehörige oder Freunde die Pflege, zahlt die Versicherung oft nur ein knappes Pflegetagegeld.Meistens bekommen Sie Ihre Kosten nicht erstattet und der Rest der Belastung bleibt Ihnen erhalten.Ihre Auslagen müssen Sie mittels Rechnungen nachweisen.Das bedeutet zusätzliche Büroarbeit für den Pflegebedürftigen oder der Pflegeperson.Eine feste Summe am Tag erhalten Sie bei der Pflegetagegeldversicherung, wenn der Pflegefall eingetreten ist.Dabei spielt es keine Rolle wofür die Kosten angefallen sind.Mit dem Geld können auch Leistungen wie Begleitung beim Spaziergang bezahlt werden, die nicht zu den eigentlichen Pflegeleistungen gehören.Der volle Tagessatz wird in der Regel allerdings erst bei Pflegestufe III fällig.Dafür müssen die Voraussetzungen für die Pflegestufe gegeben sein.Manche Versicherer nehmen die Einstufung des medizinischen Dienstes als Orientierung, andere prüfen selbst oder verlangen eine wiederkehrende Prüfung durch einen Arzt.Eine Bedarfsermittlung ist mit großen Unsicherheiten verbunden. Wie die Leistung der Pflegepflichtversicherung aussehen wird oder wie teuer eine private Pflegeleistung in mehreren Jahrzehnten sein wird, kann keiner sagen.Unsicher dürfte oft auch sein, ob Sie bei Pflegebedürftigkeit von der Familie oder Freunden betreut werden können oder ob nur eine Unterbringung im Heim in Betracht kommt.

TIPP! Wichtig ist ein Versicherungsschutz, der für Ihr ganzes Leben gilt. Ansonsten besteht die Möglichkeit im fortgeschrittenen Alter oder bei Pflegebedürftigkeit, ohne Versicherungsschutz dazustehen.

Das Für und Wider der einzelnen privaten Pflegeversicherungen

Sie rechnen mit hohen Pflegekosten? Sie gehen davon aus, professionelle Kräfte zu benötigen? Dann macht eine Pflegekostenversicherung Sinn.Sollten Sie alleinstehend sein, kann dieser Fall eintreten.Mit einer Pflegekostenversicherung können sie einen größeren Teil der Auslagen abdecken, auch wenn es zwischenzeitlich zu erheblichen Preissteigerungen gekommen sein sollte.Sie möchten das Geld einsetzen, wie es für Sie angenehm erscheint? Dann kommt eine Pflegetagegeldversicherung für Sie in Frage.Sobald Sie Hilfeleistungen von Familienangehörigen oder auch anderen Helfern in Anspruch nehmen und keiner professionellen Pflege bedürfen, ist sie von Vorteil.Andererseits kann nicht ausgeschlossen werden, dass ihnen die Pflegekosten “davonlaufen”.

Beiträge zu vergleichen ist fast unmöglich

Wie in der privaten Krankenversicherung steigen bei allen Pflegetarifen die Beiträge mit zunehmendem Eintrittsalter. Frauen zahlen wegen der höheren Lebenserwartung mehr als Männer.Bei bereits bestehenden Erkrankungen können Zuschläge erhoben werden.Ein Beitragsvergleich ist schon zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht einfach, weil die angebotenen Policen in vielen Punkten differieren und unterschiedliche Leistungsbeschränkungen aufweisen.Welche Versicherung auf lebenslange Sicht am günstigsten ist, lässt sich vorher nicht sagen.

Beachten Sie die unterschiedlichen Leistungen

Es empfiehlt sich eine Beratung durch einen Fachmann, wenn Sie eine private Pflegezusatzversicherung abschließen möchten.Sie erhalten meist unübersichtliche Angebote und sollten im Einzelnen geklärt werden.

Geldwerte Hinweise zur Pflegeversicherung

  • Bei der Wahl für eine private Pflegezusatzversicherung, sollten Sie einen Experten hinzuziehen.
  • Die von den Versicherungen angebotenen Verträge sind oft nicht überschaubar und werden am besten detailliert geklärt.
  • Übernahme der Kosten bei häuslicher Pflege sowie stationärer Pflege sollten in den Leistungen enthalten sein. Außerdem sollten alle drei Pflegestufen berücksichtigt sein, da Sie nicht wissen, welche Pflege Sie später benötigen.
  • Bei der Pflege zuhause durch Angehörige, darf das Pflegetagegeld nicht geringer ausfallen, als bei der Pflege durch berufliche Helfer.
  • Die Pflegekosten steigen? Haben Sie die Möglichkeit das Pflegetagegeld höher zu setzen? Dies sollte möglich sein ohne Risikozuschlag und ohne weitere Gesundheitsprüfung.
  • Die Leistungspflicht sollte einsetzen, wenn die gesetzliche Pflegepflichtversicherung die Pflegebedürftigkeit anerkennt. Die private Versicherung sollte außerdem die Pflegestufe der gesetzlichen Pflegeversicherung übernehmen. So werden zusätzliche medizinische Untersuchungen vermieden. Nur mit Vorsicht sollten sie bei einer Gesellschaft abschließen, die regelmäßig Atteste über die Pflegebedürftigkeit verlangt.
  • Der Versicherungsschutz sollte für ein Leben lang gelten. Sie laufen sonst Gefahr, bei schwerer Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit, keinen Versicherungsschutz zu haben.
  • Auf das ordentliche Kündigungsrecht in den ersten drei Jahren sollte verzichtet werden. Die Warte- und Karenzzeiten von meistens Jahren sind problematisch. Das heißt im Pflegefall wird erst nach einer bestimmten Zeit gezahlt. Darauf sollte der Versicherer verzichten. Optimal ist es, wenn Sie bei Pflegebedürftigkeit keine Beiträge mehr leisten müssen.