22. Oktober 2019

Die Pflegeversicherung in Eggingen

Seit 1995 gibt es die gesetzliche Pflegeversicherung. Außerdem können Sie eine Zusatzversicherung bei einem Versicherungsunternehmen abschließen.

Vom Gesetz vorgeschrieben wird die Pflegeversicherung

Das so genannte Pflegerisiko muss zusätzlich abgesichert werden. Die Pflegeversicherung ist für jeden mit Einkommen seit 1995 eine Pflichtversicherung zusätzlich zur Krankenversicherung.Wenn man Beiträge in die gesetzliche Krankenkasse zahlt, werden gleichzeitig die Beiträge für die Pflegeversicherung gezahlt.Privat Krankenversicherte müssen eine private Pflegepflichtversicherung abschließen.Achtung: diese darf nicht verwechselt werden mit den freiwilligen Pflegezusatzversicherungen.Mit der Steigerung der Lebenserwartung steigt auch die Pflegebedürftigkeit.Einen Angehörigen zu pflegen bedeutet persönliche und auch finanzielle Belastung. Damit die Angehörigen davon entlastet werden, wurde die Pflegeversicherung eingeführt.Wer permanent der Pflege bedarf, kann verschiedene Hilfsmöglichkeiten nutzen.Man hat die Möglichkeit der Wahl zwischen Heimaufenthalt, Pflege zuhause oder dem Pflegegeld.

TIPP!Weil die Beiträge festgelegt sind beziehungsweise sich kaum unterscheiden, lohnt sich ein Beitragsvergleich in aller Regel nicht.

Pflege, die vorübergehend ist

Bedürfen Sie der Pflege weniger als sechs Monate, tritt die Pflegeversicherung nicht in Kraft.Für diesen Fall ist die Krankenversicherung Ansprechpartner, sie übernimmt die Kosten für Krankenpflege zuhause.Die Krankenkasse kommt außerdem für die medizinische Betreuung auf.

Grundabsicherung gleich Pflegeversicherung

Die Pflegekasse sichert den Grundbedarf ab.Sie ist nach Pflegebedürftigkeit gestaffelt und wird nur auf Antrag gewährt.Voraussetzung ist, dass der Pflegebedürftige bei alltäglichen Verrichtungen wie auch Aufstehen, Waschen, Anziehen und Essen auf erhebliche Hilfe angewiesen ist.Für die erste Pflegestufe gilt: Benötigung von Hilfe für mindestens 90 Minuten aus zwei von den genannten Bereichen.Die Grundpflege, also Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität wie An- und Ausziehen, muss mindestens die Hälfte der Zeit beanspruchen.Hat die pflegebedürftige Person einen Pflegebedarf von mindestens 3 Stunden täglich, tritt die nächste Pflegestufe, also Pflegestufe II, in Kraft. Sie ist dann schwer pflegebedürftig.Wenn die pflegebedürftige Person mindestens 5 Stunden Hilfe benötigt, ist sie schwerst pflegebedürftig und wird in Pflegestufe III eingestuft. Dies gilt sowohl für den Tag als auch die Nacht.

Leistungen für die Pflege zuhause haben Vorrang

Die gesetzlichen sowie die privaten Pflegepflichtversicherungen unterscheiden sich nicht in ihren Leistungen.Die Pflege im eigenen Heim wird vorrangig behandelt.Für Hilfe bei der Pflege zuhause gibt es fachkundiges Personal, welches von ambulanten Pflegediensten zur Verfügung gestellt wird. Sei es für Angehörige oder auch Allein-lebenden Pflegebedürftigen.Damit haben Pflegebedürftige die Möglichkeit in ihren eigenen vier Wänden zu bleiben und müssen keine Umstellung in Kauf nehmen.Diese Leistungen dürfen aber nur Pflegedienste erbringen, die die Pflegekasse zugelassen hat.Ein Vertrag regelt die Leistungen, die erbracht werden sollen.Für die häusliche Pflege erhalten Sie von der gesetzlichen Pflegeversicherung einzig Sachleistungen, während die private Pflegeversicherung nur Geldleistungen erbringt.Sie bezahlen die professionellen Pflegekräften zunächst selbst und bekommen die Honorare ersetzt.Diese Zahlung erfolgt allerdings maximal bis zum Wert der entsprechenden Sachleistung in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Sonstige Leistungen der Pflegeversicherung

Um eine optimale Lösung für Ihre Bedürfnisse zu haben, können Sie eine Kombination aus beiden Leistungen wählen.Pflegebedürftige haben die Möglichkeit, die Aufteilung der Leistungen selbst zu wählen.Beispiel: Bei Nutzung von 50 % der Sachleistung, haben Sie einen Anspruch von 50 % der Geldleistung der entsprechenden Pflegestufe.In der Regel besteht die Möglichkeit nach mindestens sechs Monaten eine Änderung vorzunehmen.Eine Ersatzpflegekraft wird für höchstens 4 Wochen im Jahr bezahlt, wenn sich die Pflegekraft im Urlaub befindet oder aus anderen Gründen verhindert ist.Bei der Pflege zuhause gibt es zusätzlich die Möglichkeit teilstationär am Tag und in der Nacht gepflegt zu werden. Außerdem ist eine Kurzzeitpflege für eine begrenzte Zeit möglich.Für die Pflege können verschiedene Hilfsmittel benötigt werden. Ein Spezialbett, ein Hausnotruf oder ein Rollstuhl beispielsweise werden ebenfalls von der Pflegekasse getragen. Auch die Kosten für Verbrauchsprodukte wie Betteinlagen bekommen Sie erstattet.Für z. B.. Gehhilfen besteht die Möglichkeit, sie auszuleihen.Für Ein- und Umbauten im Wohnbereich wie Rampen, Treppenlifte, Verbreiterung von Türen oder der Umbau des Badezimmers wird ein einmaliger Zuschuss gewährt.Bei Aufenthalt in einem Pflegeheim übernimmt die Pflegeversicherung die Kosten der Grundpflege, die medizinische Behandlungspflege sowie die soziale Betreuung. Immer gemessen an der Pflegestufe.Die Pflegekasse übernimmt keine Kosten für Verpflegung und Unterkunft. Diese so genannten Hotelkosten muss der Versicherte selbst übernehmen.Wenn eine stationäre Pflege nicht nötig ist, besteht auch kein Anspruch auf Leistung für diese. Dann wird nur die Leistung für häusliche Pflege gezahlt.Trennung von Kranken- und Pflegeversicherung vermeidenWenn Sie gesetzlich krankenversichert sind Sie automatisch auch in der Pflegeversicherung. Bei einer privaten Krankenversicherung können Sie Ihre Pflegeversicherung bei privaten Anbietern frei wählen.Privat krankenversicherte können ebenfalls wählen, ob sie bei ihrer Krankenversicherung bleiben oder anderweitig eine Pflegeversicherung abschließen.Empfehlenswert ist eine Trennung von Kranken- und Pflegeversicherung aber in beiden Fällen nicht.Private Versicherer müssen jeden Antrag annehmen.Für die Leistungen gibt es gesetzlich Regelungen und die Beiträge sind kaum unterschiedlich.Es besteht die Gefahr, dass sich die Versicherer streiten, wer die Kosten für die Pflege
übernimmt.Dadurch kann es Ihnen passieren, dass sie auf Leistungen warten müssen.

TIPP!Bei Verträgen mit Pflegedienstanbietern können Sie nach dem ersten Mal der Pflegeleistung in den nächsten zwei Wochen, den Vertrag kündigen. Eine Angabe von Gründen ist nicht nötig.

Lassen Sie für den Pflegefall keine Lücken entstehen

Für eine “Rundum-Pflege” ist die Pflegepflichtversicherung nicht gedacht. Nur die Grundabsicherung ist damit gewährleistet. Die Kosten für die Unterbringung in einem Pflegeheim betragen wenigstens 3000€.Wenn die eigene Rente oder das Vermögen zusammen mit den Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht ausreichen, müssen die eigenen Kinder oder das Sozialamt einspringen.Daher sollten Sie ab dem 40. Lebensjahr eine Pflegezusatzversicherung abschließen, um diese Situation zu vermeiden.Private Kranken- und Lebensversicherer bieten die Tarife in drei verschiedenen Varianten an: Pflegerentenversicherungen, Pflegekostenversicherungen und Pflegetagegeldversicherung.Das Risiko wird bei der Pflegerentenversicherung durch eine Ansparung abgesichert.Diese Konstruktionen können oft nicht durchschaut werden und können wenig gewinnbringend sein.Auf jeden Fall von einem Fachmann beraten lassen.Es kann sinnvoller sein, die Spareinlage vom Risikoschutz zu trennen und den Pflegefall entweder durch eine Pflegekosten- oder Pflegetagegeldversicherung abzusichern.Pflegekosten, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden, übernimmt die Pflegekostenversicherung.Für die Erstattung gibt es meistens eine Höchstgrenze oder einen prozentualen Satz, der gezahlt wird.Leisten Angehörige oder Freunde die Pflege, zahlt die Versicherung oft nur ein knappes Pflegetagegeld.Eine Kostenerstattung erfolgt selten. Ein Teil der Belastungen verbleibt also beim Versicherten.Durch Vorlegen der Rechnungen, müssen Sie Ihre Kosten nachweisen.Das bedeutet zusätzliche Büroarbeit für den Pflegebedürftigen oder der Pflegeperson.Sollte der Pflegefall eingetreten sein, erhalten Sie bei der Pflegetagegeldversicherung einen festen Geldbetrag für jeweils einen TagEs ist nicht von den tatsächlichen Kosten abhängig.Auch Leistungen, die nicht zur eigentlichen Pflegeleistung gehören, können damit bezahlt werden. Das kann zum Beispiel die Unterstützung bei einem Spaziergang sein.Der volle Tagessatz wird in der Regel allerdings erst bei Pflegestufe III fällig.Voraussetzung ist jeweils ein bestimmter Grad an Pflegebedürftigkeit.Einige Versicherungsunternehmen orientieren sich an der Einstufung des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse, andere behalten sich eine eigene Überprüfung vor oder verlangen in regelmäßigen Abständen einen ärztlichen Nachweis.Den Bedarf zu erfordern ruft oft große Unsicherheit hervor. Wie die Leistung der Pflegepflichtversicherung aussehen wird oder wie teuer eine private Pflegeleistung in mehreren Jahrzehnten sein wird, kann keiner sagen.Unklar wird auch sein, ob eine Pflegebedürftige von Angehörigen oder Freunden betreut werden kann oder ob nur stationäre Pflege in Frage kommt.

TIPP! Innerhalb der ersten drei Jahre sollte der Versicherer auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichten. Ein Problem sind die Karenz- oder Wartezeiten, die meistens drei Jahre betragen. Im Pflegefall wird dort erst nach einer festgelegten Frist gezahlt. Der Versicherer sollte darauf verzichten. Am besten ist es, bei Pflegebedürftigkeit, keine Beiträge mehr zahlen zu müssen.

Das Für und Wider der einzelnen privaten Pflegeversicherungen

Wenn Sie damit rechnen professionelle Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen und dadurch die Pflegekosten in die Höhe gehen, dann ist es sinnvoll eine Pflegekostenversicherung abzuschließen.Wenn Sie nicht von Freunden oder Familienangehörigen gepflegt werden können, dann ist das der Fall.Auch wenn es in der Zwischenzeit zu großen Preissteigerungen kommt, deckt die Pflegekostenversicherung große Teile Ihrer Auslagen ab.Über eine Pflegetagegeldversicherung sollten Sie nachdenken, wenn Sie das Geld einsetzen möchten, wie es Ihnen gefällt.Sobald Sie Hilfeleistungen von Familienangehörigen oder auch anderen Helfern in Anspruch nehmen und keiner professionellen Pflege bedürfen, ist sie von Vorteil.Andererseits kann nicht ausgeschlossen werden, dass ihnen die Pflegekosten “davonlaufen”.

Beiträge zu vergleichen ist fast unmöglich

Wie in der privaten Krankenversicherung steigen bei allen Pflegetarifen die Beiträge mit zunehmendem Eintrittsalter. Frauen zahlen wegen der höheren Lebenserwartung mehr als Männer.Sollte eine Krankheit bestehen, kann auch ein Zuschlag verlangt werden.Ein Beitragsvergleich ist schon zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses nicht einfach, weil die angebotenen Policen in vielen Punkten differieren und unterschiedliche Leistungsbeschränkungen aufweisen.Welch Versicherung, die günstigste ist, lässt sich kaum vorhersagen, zumal diese oft bis ans Lebensende gültig ist.

Leistungsunterschiede beachten

Lassen Sie sich bei der Wahl ihrer privaten Pflegezusatzversicherung auf jeden Fall von einem Fachmann beraten .Die von den Versicherungen angebotenen Verträge sind oft nicht überschaubar und werden am besten detailliert geklärt.

wertvolle Hinweise zur Pflegezusatzversicherung

  • Lassen Sie sich bei der Wahl ihrer privaten Pflegezusatzversicherung auf jeden Fall von einem Fachmann beraten .
  • Die von den Versicherungen angebotenen Verträge sind oft nicht überschaubar und werden am besten detailliert geklärt.
  • Übernahme der Kosten bei häuslicher Pflege sowie stationärer Pflege sollten in den Leistungen enthalten sein. Außerdem sollten alle drei Pflegestufen berücksichtigt sein, da Sie nicht wissen, welche Pflege Sie später benötigen.
  • Bei der Pflege zuhause durch Angehörige, darf das Pflegetagegeld nicht geringer ausfallen, als bei der Pflege durch berufliche Helfer.
  • Bei steigenden Pflegekosten, sollte es die Möglichkeit geben, das Tagegeld zu erhöhen und zwar ohne eine erneute Prüfung Ihrer Gesundheit und ohne Risikozuschläge.
  • Die gesetzliche Pflegeversicherung hat Ihre Pflegebedürftigkeit und die Pflegestufe festgestellt? Dann sollten auch die Leistungen der privaten Pflegeversicherung beginnen und ebenfalls für die gleiche Pflegestufe Leistungen gewähren. Somit erübrigt sich eine weitere medizinische Untersuchung. Von Ihnen wird verlangt, regelmäßig Atteste vorzulegen? Seien Sie vorsichtig bei solchen Versicherungen.
  • Der Versicherungsschutz sollte für ein Leben lang gelten. Sie laufen sonst Gefahr, bei schwerer Erkrankung oder Pflegebedürftigkeit, keinen Versicherungsschutz zu haben.
  • Das Versicherungsunternehmen sollte auf das ordentliche Kündigungsrecht innerhalb der ersten drei Vertragsjahre verzichten. Problematisch sind die teilweise üblichen dreijährigen Warte- oder Karenzzeiten, bei denen im Pflegefall erst nach einer bestimmten Frist gezahlt wird. Achten Sie darauf, dass der Versicherer auf diese verzichtet. Günstig ist es, wenn sie bei Eintritt des Pflegefall keinen Beitrag mehr zahlen müssen.