13. November 2019

Die Pflegeversicherung in Donautal

Bei der Pflegeversicherung müssen sie zwei Formen unterscheiden: die seit 1995 geltende Pflegepflichtversicherung und die Pflegezusatzversicherung, die von privaten Versicherungsunternehmen angeboten wird.

Gesetzlich vorgeschrieben ist die Pflegeversicherung

Die Pflegeversicherung ist seit 1995 eine Pflichtversicherung. Jeder mit eigenem Einkommen zahlt dort die Beiträge, wo er auch krankenversichert ist.Wenn man Beiträge in die gesetzliche Krankenkasse zahlt, werden gleichzeitig die Beiträge für die Pflegeversicherung gezahlt.Für die privat Versicherten gilt, auch privat Pflege versichern.Die Pflegezusatzversicherung ist eine zusätzliche freiwillige Versicherung, die mit dieser nicht verwechselt werden darf.Durch die höhere Lebenserwartung, wird auch die Pflegebedürftigkeit erhöht.Einen Angehörigen zu pflegen bedeutet persönliche und auch finanzielle Belastung. Damit die Angehörigen davon entlastet werden, wurde die Pflegeversicherung eingeführt.Wer permanent der Pflege bedarf, kann verschiedene Hilfsmöglichkeiten nutzen.Er hat entweder Anspruch auf ein Pflegegeld, die Hilfe einer ambulanten Pflegeeinrichtung oder stationäre Pflege in einem Heim.

TIPP!Bleiben Sie für die Pflegeversicherung bei Ihrem Krankenversicherer. So gehen Sie Streitigkeiten zwischen beiden aus dem Weg.

Für den Übergang benötigte Pflege

Bei zeitweise Pflegebedürftigkeit unter 6 Monaten ist die Pflegekasse nicht zuständig.Das fällt unter häusliche Krankenpflege und dafür ist die Krankenversicherung zuständig.Bei Notwendigkeit der medizinischen Betreuung, springt die Krankenkasse ein.

Grundabsicherung gleich Pflegeversicherung

Die Pflegekasse sichert den Grundbedarf ab.Sie ist nach Pflegebedürftigkeit gestaffelt und wird nur auf Antrag gewährt.Pflegebedürftig ist, wer Hilfe beim Essen, Anziehen, Aufstehen und Waschen benötigt.Der Pflegebedürftige muss mindestens 90 Minuten Hilfe aus zwei der Tätigkeitsbereiche benötigen. Dann wird er in Pflegestufe I eingestuft.Die Grundpflege, also Hilfe bei der Körperpflege, der Ernährung und der Mobilität wie An- und Ausziehen, muss mindestens die Hälfte der Zeit beanspruchen.Bei schwerer pflegebedürftigen Personen (Pflegestufe II) erhöht sich der zeitliche Bedarf auf mindestens 3 Stunden täglichWenn die Person auf 5 Stunden Hilfe sowohl am Tag als auch in der Nacht angewiesen ist, tritt Pflegestufe III in Kraft. Diese Personen sind schwerst pflegebedürftig.

Leistungen für die Pflege zuhause haben Vorrang

Die gesetzlichen sowie die privaten Pflegepflichtversicherungen unterscheiden sich nicht in ihren Leistungen.Die häusliche Pflege hat bei beiden Versicherungen Vorrang.Ambulante Dienste mit professionellen Pflegekräften unterstützen Angehörige oder Allein lebende Pflegebedürftige.Menschen können so in ihrem eigenem Heim bleiben und damit in ihrer gewohnten Umgebung.Diese Leistungen dürfen aber nur Pflegedienste erbringen, die die Pflegekasse zugelassen hat.Die Pflegeleistung wird in einem Vertrag mit dem Pflegebedürftigen festgelegt.Die gesetzliche Pflegeversicherung erbringt nur Sachleistungen, die private Pflegeversicherung erbringt dagegen Geldleistungen bei der ambulanten Pflege.Die Bezahlung der qualifizierten Pflegekräfte übernehmen Sie vorerst selbst. Nachträglich bekommen Sie Ihre Aufwendungen erstattet.Sie bekommen höchstens den Wert ersetzt, den auch die gleiche Sachleistung in der gesetzlichen Pflegekasse hat.

Was wird noch in der Pflegeversicherung geleistet

Sie können die beiden Leistungen kombinieren, um eine optimale Hilfestellung zu haben.Der Pflegebedürftige kann selbst bestimmen, in welchem Verhältnis er beide Leistungskomponenten nutzen will.Die Leistungen können zum Beispiel folgendermaßen aufgeteilt werden: Sachleistung 40 % und als Ergänzung 60 % als Geldleistung bezogen auf die Pflegestufe.Nach wenigstens sechs Monaten, ist es möglich diese Regelung zu ändern.Maximal für 4 Wochen wird eine Ersatzpflegekraft bezahlt, wenn die Pflegeperson abwesend ist. Sei es, weil sie sich im Urlaub befindet oder anderweitig verhindert ist.Ergänzend zur häuslichen Betreuung sind außerdem eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege sowie eine Kurzzeitpflege für einen begrenzten Zeitraum möglich.Darüber hinaus übernimmt die Pflegekasse die Kosten für Pflegehilfsmittel wie spezielle Betten, Hausnotruf, Rollstuhl, aber auch so genannte Verbrauchsprodukte wie Betteinlagen.Leihweise kann ein soll Hilfsmittel wie z.B. eine Gehhilfe benutzt werden.Wenn eine Rampe oder ein Treppenlift eingebaut werden muss, bekommen Sie einen einmaligen Zuschuss. Auch für Umbauten wie Türverbreiterung oder im Badezimmer, können Sie eine einmalige Beihilfe erhalten.Bei Unterbringung in einem Pflegeheim zahlt die Pflegeversicherung für die Grundversorgung und die soziale Betreuung. Außerdem für die medizinische Behandlungspflege immer in Bezug auf die Pflegestufe.Für Unterkunft und Verpflegung, die so genannten Hotelkosten, muss der Versicherte selbst aufkommen.Wenn es nicht nötig ist die Pflegeperson in einem Pflegeheim unterzubringen, weil sie auch zuhause gepflegt werden kann, übernimmt die Pflegekasse auch nur die Leistungen für häusliche Pflege.Vermeiden Sie das Trennen von Pflege- und KrankenversicherungWenn Sie gesetzlich krankenversichert sind Sie automatisch auch in der Pflegeversicherung. Bei einer privaten Krankenversicherung können Sie Ihre Pflegeversicherung bei privaten Anbietern frei wählen.Privat krankenversicherte können ebenfalls wählen, ob sie bei ihrer Krankenversicherung bleiben oder anderweitig eine Pflegeversicherung abschließen.Empfehlenswert ist eine Trennung von Kranken- und Pflegeversicherung aber in beiden Fällen nicht.Denn private Versicherungsunternehmen müssen jeden Antrag annehmen.Und die Beiträge unterscheiden sich allenfalls geringfügig, die Leistungen und die Kriterien für die Pflegebedürftigkeit sind gesetzlich festgelegtDaher können Differenzen zwischen Kranken- und Pflegeversicherung auftreten, wer welche Leistung zu zahlen hat.Dann kann es möglich sein, dass Sie lange auf Ihr Geld warten müssen.

TIPP!Zuschüsse für die Rentenversicherung sind bei Pflegeleistungen für Familienangehörige möglich. Klärung verschafft die Pflegekasse.

Lücken für den Pflegefall schließen

Die Pflegepflichtversicherung bietet nur eine Grundabsicherung und reicht nicht für eine “Rundum-Pflege”.3000€ und mehr kostet ein Heimplatz.Die eigene Rente und das eigene Vermögen sowie die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden für die Unterbringung in einem Heim verwendet. Sollten diese nicht ausreichend sein, müssen die eigenen Kinder oder das Sozialamt einspringen.Damit das nicht passiert, sollten Sie mit 40 Jahren in eine Pflegezusatzversicherung einzahlen.Es werden drei verschiedene Tarife von den privaten Kranken- und auch Lebensversicherungen angeboten: Pflegetagegeldversicherung, Pflegerentenversicherung und Pflegekostenversicherung.Das Risiko wird bei der Pflegerentenversicherung durch eine Ansparung abgesichert.Diese Konstruktionen können oft nicht durchschaut werden und können wenig gewinnbringend sein.Lassen Sie sich hier in jedem Fall durch einen Fachmann beraten.Es kann sinnvoller sein, die Spareinlage vom Risikoschutz zu trennen und den Pflegefall entweder durch eine Pflegekosten- oder Pflegetagegeldversicherung abzusichern.Durch die Pflegekostenversicherung werden Pflegekosten erstattet, sofern sie nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden.Es gibt jedoch einen festen Höchstsatz bzw. Prozentsatz für die Vergütung.Leisten Angehörige oder Freunde die Pflege, zahlt die Versicherung oft nur ein knappes Pflegetagegeld.Der Versicherte hat oft einen Teil der Kosten selbst zu tragen, weil nicht alle Kosten erstattet werden.Es besteht Nachweispflicht für die Auslagen. Sie müssen die Rechnungen vorlegen.Dies bedeutet viel Papierkram, denen entweder der Pflegebedürftige selbst oder die Helfer zusätzlich zur Pflege bewältigen müssen.Sollte der Pflegefall eingetreten sein, erhalten Sie bei der Pflegetagegeldversicherung einen festen Geldbetrag für jeweils einen TagEs ist nicht von den tatsächlichen Kosten abhängig.Mit diesem Geld können auch Leistungen, wie z.B. eine Begleitung beim Spazieren gehen, beglichen werden. Dies gehört nicht zur Pflegeleistung.Der komplette Tagessatz wird meistens aber erst in der Pflegestufe III gezahlt.Dafür müssen die Voraussetzungen für die Pflegestufe gegeben sein.Für die Einstufung in die Pflegestufe gibt es für die Versicherungsunternehmen verschiedene Möglichkeiten der Orientierung. Zum einen die Einstufung des medizinischen Dienstes der Krankenkasse zum anderen eine eigene Einstufung oder einen Nachweis durch einen Arzt.Eine Bedarfsermittlung ist mit großen Unsicherheiten verbunden. Wie die Leistung der Pflegepflichtversicherung aussehen wird oder wie teuer eine private Pflegeleistung in mehreren Jahrzehnten sein wird, kann keiner sagen.Nicht sicher dürfte es auch sein, ob der Pflegebedürftige zuhause oder von Familienangehörigen oder Freunden gepflegt werden kann oder ob nur die Pflege in einem Heim in Frage kommt.

TIPP! Das Versicherungsunternehmen sollte auf das ordentliche Kündigungsrecht innerhalb der ersten drei Vertragsjahre verzichten. Problematisch sind die teilweise üblichen dreijährigen Warte- oder Karenzzeiten, bei denen im Pflegefall erst nach einer bestimmten Frist gezahlt wird. Achten Sie darauf, dass der Versicherer auf diese verzichtet. Günstig ist es, wenn sie bei Eintritt des Pflegefall keinen Beitrag mehr zahlen müssen.

Das Für und Wider der einzelnen privaten Pflegeversicherungen

Wenn Sie damit rechnen professionelle Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen und dadurch die Pflegekosten in die Höhe gehen, dann ist es sinnvoll eine Pflegekostenversicherung abzuschließen.Sollten Sie alleinstehend sein, kann dieser Fall eintreten.Auch wenn es in der Zwischenzeit zu großen Preissteigerungen kommt, deckt die Pflegekostenversicherung große Teile Ihrer Auslagen ab.Möchten Sie das Geld zur freien Verfügung haben, ziehen Sie eine Pflegetagegeldversicherung in Betracht.Bei der Pflege zuhause durch Angehörige oder dergleichen, ohne Inanspruchnahme von professioneller Hilfe, hat sie große Vorteile.Es könnte aber passieren, dass Sie mit den Kosten nicht mehr zurecht kommen.

Beitragsvergleich kaum möglich

Wie in der privaten Krankenversicherung steigen bei allen Pflegetarifen die Beiträge mit zunehmendem Eintrittsalter. Frauen zahlen wegen der höheren Lebenserwartung mehr als Männer.Bei bereits bestehenden Erkrankungen können Zuschläge erhoben werden.Beschränkungen der Leistungen und unterschiedliche Punkte in den Verträgen machen einen Beitragsvergleich beim Vertragsabschluss nicht leicht.Welch Versicherung, die günstigste ist, lässt sich kaum vorhersagen, zumal diese oft bis ans Lebensende gültig ist.

Beachten Sie die unterschiedlichen Leistungen

Eine Beratung ist empfehlenswert bei Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung.Die Angebote, die sie von den Versicherungsunternehmen erhalten, sind oft unübersichtlich und sollten im Detail geklärt werden

Geldwerte Infos zur Pflegezusatzversicherung

  • Eine Beratung ist empfehlenswert bei Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung.
  • Die Angebote, die sie von den Versicherungsunternehmen erhalten, sind oft unübersichtlich und sollten im Detail geklärt werden
  • Die Kosten für die Pflege zuhause und auch für die Betreuung im Heim, sollten übernommen werden. Die Gewährung der Kosten für alle drei Pflegestufen, weil Sie heute noch nicht wissen, wie Ihre Pflege in der Zukunft aussehen wird.
  • Bei der Pflege zuhause durch Angehörige, darf das Pflegetagegeld nicht geringer ausfallen, als bei der Pflege durch berufliche Helfer.
  • Bei steigenden Pflegekosten sollten Sie die unwiderrufliche Möglichkeit haben, das Pflegetagegeld nachträglich zu erhöhen. Diese Erhöhung sollte ohne erneute Gesundheitsprüfung und Risikozuschläge möglich sein.
  • Sobald die gesetzliche Pflegepflichtversicherung die Pflegebedürftigkeit feststellt, sollte die Leistungspflicht eintreten. Außerdem sollte die Einstufung der Pflegestufe übernommen werden, dann brauchen keine zusätzlichen ärztlichen Untersuchungen stattfinden. Eine Gesellschaft, die wiederkehrende Atteste verlangt, sollten Sie mit Vorsicht behandeln.
  • Wichtig ist ein Versicherungsschutz, der für Ihr ganzes Leben gilt. Ansonsten besteht die Möglichkeit im fortgeschrittenen Alter oder bei Pflegebedürftigkeit, ohne Versicherungsschutz dazustehen.
  • Innerhalb der ersten drei Jahre sollte der Versicherer auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichten. Ein Problem sind die Karenz- oder Wartezeiten, die meistens drei Jahre betragen. Im Pflegefall wird dort erst nach einer festgelegten Frist gezahlt. Der Versicherer sollte darauf verzichten. Am besten ist es, bei Pflegebedürftigkeit, keine Beiträge mehr zahlen zu müssen.