18. November 2019

Die Pflegeversicherung in Böfingen

Die seit 1995 geltende Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung, die das Gesetz regelt. Zusätzlich gibt es eine Pflegezusatzversicherung, die Sie bei privaten Versicherungsunternehmen abschließen können.

Die Pflegeversicherung ist gesetzlich vorgeschrieben

Das so genannte Pflegerisiko muss zusätzlich abgesichert werden. Die Pflegeversicherung ist für jeden mit Einkommen seit 1995 eine Pflichtversicherung zusätzlich zur Krankenversicherung.Wenn man Beiträge in die gesetzliche Krankenkasse zahlt, werden gleichzeitig die Beiträge für die Pflegeversicherung gezahlt.Eine private Pflegeversicherung müssen Sie immer dann abschließen, wenn Sie auch eine private Krankenversicherung haben.Achtung: diese darf nicht verwechselt werden mit den freiwilligen Pflegezusatzversicherungen.Mit der Steigerung der Lebenserwartung steigt auch die Pflegebedürftigkeit.Die Pflegeversicherung wurde eingeführt, damit die persönlichen und finanziellen Belastungen nicht nur von den Angehörigen oder vom Staat getragen werden müssen.Wer permanent der Pflege bedarf, kann verschiedene Hilfsmöglichkeiten nutzen.Er kann wählen zwischen ambulanter Pflege, stationärer Pflege oder dem Pflegegeld.

TIPP!Bleiben Sie für die Pflegeversicherung bei Ihrem Krankenversicherer. So gehen Sie Streitigkeiten zwischen beiden aus dem Weg.

Für den Übergang benötigte Pflege

Die Pflegekasse ist nicht zuständig, wenn Sie weniger als 6 Monate pflegebedürftig sind.Für diesen Fall ist die Krankenversicherung Ansprechpartner, sie übernimmt die Kosten für Krankenpflege zuhause.Die Krankenkasse kommt außerdem für die medizinische Betreuung auf.

Pflegeversicherung ist nur eine Grundabsicherung

Die Pflegekasse deckt bei weitem nicht den gesamten Pflegebedarf ab, sondern stellt eine Grundabsicherung zur VerfügungEs wird nach Pflegebedürftigkeit eingestuft und dafür muss ein Antrag gestellt werden.Wenn der Pflegebedürftige beachtliche Hilfe beim Waschen, Aufstehen, Anziehen und Essen benötigt, wird er als pflegebedürftig eingestuft.In die erste Pflegestufe wird der Pflegebedürftige eingestuft, wenn er mindestens 90 Minuten Hilfe aus zwei von den genannten Verrichtungen benötigt.Die Hilfe beim Essen, der Körperpflege und der Beweglichkeit, das An- und Ausziehen ist die Grundpflege. Sie muss wenigstens die Hälfte der Zeit betragen.Bei Pflegebedarf von wenigstens drei Stunden am Tag, gilt die Person als schwer pflegebedürftig und wird in Pflegestufe II gruppiert.Die dritte Pflegestufe ist für schwerst pflegebedürftige Personen. Dabei müssen sie für wenigstens 5 Stunden am Tag und in der Nacht auf Hilfe angewiesen sein.

Geld und Sachleistungen vorrangig für häusliche Pflege

Die gesetzlichen sowie die privaten Pflegepflichtversicherungen unterscheiden sich nicht in ihren Leistungen.Vorrang hat in beiden Fällen die häusliche Pflege.Wenn ein Pflegebedürftiger allein lebt, kann er professionelle Hilfe von ambulanten Pflegediensten in Anspruch nehmen. Dies gilt auch für Angehörige.Sie ermöglichen dadurch, dass diese Menschen länger in der eigenen Wohnung und damit in der gewohnten Umgebung bleiben können.Dafür gibt es von der Pflegekasse zugelassene Pflegedienste.Die Pflegeleistung wird in einem Vertrag mit dem Pflegebedürftigen festgelegt.Für die häusliche Pflege erhalten Sie von der gesetzlichen Pflegeversicherung einzig Sachleistungen, während die private Pflegeversicherung nur Geldleistungen erbringt.Sie bezahlen die professionellen Pflegekräften zunächst selbst und bekommen die Honorare ersetzt.Diese Zahlung erfolgt allerdings maximal bis zum Wert der entsprechenden Sachleistung in der gesetzlichen Pflegeversicherung.

Was leistet die Pflegeversicherung außerdem?

Geld- und Sachleistungen können so aufgeteilt werden, dass Ihre Bedürfnisse bestens erfüllt werden.Das Verhältnis der Verteilung der Leistungen kann vom Pflegebedürftigen selbst bestimmt werden.Wenn beispielsweise 40 % der Sachleistungen genutzt werden, besteht ergänzend ein Anspruch auf maximal 60 % der Geldleistungen für die jeweilige Pflegestufe.Ändern können Sie diese Entscheidung meistens erst nach sechs Monaten.Bis zu vier Wochen im Jahr wird außerdem für eine Pflegevertretung gezahlt, wenn die Pflegeperson verhindert oder im Urlaub istBei der Pflege zuhause gibt es zusätzlich die Möglichkeit teilstationär am Tag und in der Nacht gepflegt zu werden. Außerdem ist eine Kurzzeitpflege für eine begrenzte Zeit möglich.Für die Pflege können verschiedene Hilfsmittel benötigt werden. Ein Spezialbett, ein Hausnotruf oder ein Rollstuhl beispielsweise werden ebenfalls von der Pflegekasse getragen. Auch die Kosten für Verbrauchsprodukte wie Betteinlagen bekommen Sie erstattet.Für z. B.. Gehhilfen besteht die Möglichkeit, sie auszuleihen.Wenn eine Rampe oder ein Treppenlift eingebaut werden muss, bekommen Sie einen einmaligen Zuschuss. Auch für Umbauten wie Türverbreiterung oder im Badezimmer, können Sie eine einmalige Beihilfe erhalten.Ist die Pflegebedürftige in einem Pflegeheim untergebracht, werden die Kosten für die Grundpflege, die medizinische Behandlungspflege und für die soziale Betreuung übernommen. Basierend auf die jeweilige Pflegestufe.Für Hotelkosten, das ist die Verpflegung und die Unterbringung, kommt die Pflegekasse nicht auf.Wenn es nicht nötig ist die Pflegeperson in einem Pflegeheim unterzubringen, weil sie auch zuhause gepflegt werden kann, übernimmt die Pflegekasse auch nur die Leistungen für häusliche Pflege.Vermeiden Sie das Trennen von Pflege- und KrankenversicherungGesetzlich krankenversicherte sind automatisch Mitglied in der Pflegekasse ihrer Krankenversicherung. Freiwillig Versicherte haben jedoch die Möglichkeit, sich bei einem privaten Anbieter zu versichern.Als privat Versicherter können Sie wählen, ob Sie Ihre eigene Versicherung nehmen oder eine andere Versicherung wählen.Es empfiehlt sich, die Krankenversicherung nicht von der Pflegeversicherung zu trennen.Denn die privaten Anbieter müssen jeden Antragsteller annehmen.Und die Beiträge unterscheiden sich allenfalls geringfügig, die Leistungen und die Kriterien für die Pflegebedürftigkeit sind gesetzlich festgelegtIm Leistungsfall ist es möglich, dass sich die Versicherer nicht einig sind, wer zu zahlen hat.Dadurch kann es Ihnen passieren, dass sie auf Leistungen warten müssen.

TIPP!Bleiben Sie für die Pflegeversicherung bei Ihrem Krankenversicherer. So gehen Sie Streitigkeiten zwischen beiden aus dem Weg.

Lücken für den Pflegefall schließen

Die Pflegepflichtversicherung bietet nur eine Grundabsicherung und reicht nicht für eine “Rundum-Pflege”.Ein Heimplatz kann 3000 € und mehr kosten.Die eigene Rente und das eigene Vermögen sowie die Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung werden für die Unterbringung in einem Heim verwendet. Sollten diese nicht ausreichend sein, müssen die eigenen Kinder oder das Sozialamt einspringen.Um das zu vermeiden, empfiehlt es sich ab dem 40. Lebensjahr eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen.Private Kranken- und Lebensversicherer bieten die Tarife in drei verschiedenen Varianten an: Pflegerentenversicherungen, Pflegekostenversicherungen und Pflegetagegeldversicherung.Bei der Pflegerentenversicherung wird die Absicherung des Risikos mit einem Sparvorgang kombiniert.Solche Zusammensetzungen sind oft undurchsichtig und können wenig rentabel sein.Holen Sie sich Rat von einem Experten.Trennen Sie Ihre Spareinlage vom Risikoschutz und schließen Sie für den Fall der Pflegebedürftigkeit eine Pflegekosten- oder Pflegetagegeldversicherung ab. Das kann für Sie angebrachter sein.Pflegekosten, die nicht von der gesetzlichen Pflegeversicherung übernommen werden, übernimmt die Pflegekostenversicherung.Die Erstattung ist allerdings meist auf einen festgelegten Höchstbetrag oder Prozentsatz begrenzt.Wenn Angehörige oder Freunde die Pflege übernehmen, wird meistens nur ein geringes Pflegetagegeld gezahlt.Selten bekommen Sie die Erstattung aller Kosten, sodass Sie den Rest aus eigener Tasche bestreiten müssen.Es besteht Nachweispflicht für die Auslagen. Sie müssen die Rechnungen vorlegen.Das bedeutet zusätzliche Büroarbeit für den Pflegebedürftigen oder der Pflegeperson.Sollte der Pflegefall eingetreten sein, erhalten Sie bei der Pflegetagegeldversicherung einen festen Geldbetrag für jeweils einen TagDabei spielt es keine Rolle wofür die Kosten angefallen sind.Mit diesem Geld können auch Leistungen, wie z.B. eine Begleitung beim Spazieren gehen, beglichen werden. Dies gehört nicht zur Pflegeleistung.Der volle Tagessatz wird in der Regel allerdings erst bei Pflegestufe III fällig.Voraussetzung ist jeweils ein bestimmter Grad an Pflegebedürftigkeit.Einige Versicherungsunternehmen orientieren sich an der Einstufung des Medizinischen Dienstes der Krankenkasse, andere behalten sich eine eigene Überprüfung vor oder verlangen in regelmäßigen Abständen einen ärztlichen Nachweis.Eine Bedarfsermittlung ist mit großen Unsicherheiten verbunden.Keiner weiß heute, wie teuer die privaten Pflegeleistungen in Zukunft werden oder wie sich die gesetzliche Pflegeversicherung gestalten wird.Unklar wird auch sein, ob eine Pflegebedürftige von Angehörigen oder Freunden betreut werden kann oder ob nur stationäre Pflege in Frage kommt.

TIPP! Wenn eine Pflege durch Angehörige oder Freunde in Betracht kommt, sollte das Pflegetage Geld nicht niedriger sein als für professionelle Pflegekräfte.

Pro und Contra der privaten Pflegeversicherungen

Sie rechnen mit hohen Pflegekosten? Sie gehen davon aus, professionelle Kräfte zu benötigen? Dann macht eine Pflegekostenversicherung Sinn.Haben Sie keine Familienangehörige, die Sie pflegen könnten? Dann könnte das der Fall sein.Mit einer Pflegekostenversicherung können sie einen größeren Teil der Auslagen abdecken, auch wenn es zwischenzeitlich zu erheblichen Preissteigerungen gekommen sein sollte.Eine Pflegetagegeldversicherung dagegen kommt in Betracht, wenn sie frei über das Geld verfügen möchten.Vorteilhaft ist sie außerdem, wenn Sie Hilfsleistungen nicht bei professionellen Anbietern einkaufen, sondern sich von Angehörigen oder ehrenamtlichen Helfern pflegen lassen.Sie können nicht ausschließen, dass Ihnen die Pflegekosten über den Kopf wachsen.

Ein Vergleich der Beiträge fast nicht möglich

Für die private Pflegeversicherung gilt: Je höher das Eintrittsalter, desto höher die Beiträge. Frauen zahlen höhere Beiträge als Männer, da ihre Lebenserwartung höher ist.Sollte eine Krankheit bestehen, kann auch ein Zuschlag verlangt werden.Beschränkungen der Leistungen und unterschiedliche Punkte in den Verträgen machen einen Beitragsvergleich beim Vertragsabschluss nicht leicht.Welche Versicherung auf lebenslange Sicht am günstigsten ist, lässt sich vorher nicht sagen.

Achten Sie auf Unterschiede bei den Leistungen

Bei der Wahl für eine private Pflegezusatzversicherung, sollten Sie einen Experten hinzuziehen.Die von den Versicherungen angebotenen Verträge sind oft nicht überschaubar und werden am besten detailliert geklärt.

Geldwerte Hinweise zur Pflege-Versicherung

  • Es empfiehlt sich eine Beratung durch einen Fachmann, wenn Sie eine private Pflegezusatzversicherung abschließen möchten.
  • Die von den Versicherungen angebotenen Verträge sind oft nicht überschaubar und werden am besten detailliert geklärt.
  • Die Versicherung sollte sowohl für die häusliche sowie für die Pflege im Heim aufkommen. Außerdem sollte sie Leistungen für alle drei Pflegestufen gewähren, weil sie nicht im Voraus wissen können, welche Art oder Pflege sie später benötigen.
  • Bei der Pflege zuhause durch Angehörige, darf das Pflegetagegeld nicht geringer ausfallen, als bei der Pflege durch berufliche Helfer.
  • Wenn Ihre Pflegekosten steigen sollten, muss es möglich sein das Tagegeld für die Pflege im Nachhinein zu erhöhen, ohne neue Gesundheitsprüfung und ohne Risikozuschläge.
  • Die gesetzliche Pflegeversicherung hat Ihre Pflegebedürftigkeit und die Pflegestufe festgestellt? Dann sollten auch die Leistungen der privaten Pflegeversicherung beginnen und ebenfalls für die gleiche Pflegestufe Leistungen gewähren. Somit erübrigt sich eine weitere medizinische Untersuchung. Von Ihnen wird verlangt, regelmäßig Atteste vorzulegen? Seien Sie vorsichtig bei solchen Versicherungen.
  • Achten Sie darauf, dass der Versicherungsschutz lebenslang besteht. Sonst kann es Ihnen passieren, keinen Versicherungsschutz zu haben, wenn Sie der Pflege bedürfen oder eine schwere Erkrankung haben.
  • Innerhalb der ersten drei Jahre sollte der Versicherer auf das ordentliche Kündigungsrecht verzichten. Ein Problem sind die Karenz- oder Wartezeiten, die meistens drei Jahre betragen. Im Pflegefall wird dort erst nach einer festgelegten Frist gezahlt. Der Versicherer sollte darauf verzichten. Am besten ist es, bei Pflegebedürftigkeit, keine Beiträge mehr zahlen zu müssen.